Brennereien ganz in Ihrer Nähe

Ein Besuch bei einem der vielen Bayerischen Kleinbrenner lohnt sich immer, denn eine persönliche Erläuterung, wie und was gebrannt wurde, ist durch nichts zu ersetzen. Und das Probieren der kleinen großen Köstlichkeiten vor Ort ist ein ganz besonderes Erlebnis.

Kleiner Tipp: Es empfiehlt sich, vor einem geplanten Besuch in der Brennerei anzurufen und abzuklären, ob der Termin passt, denn die Brennereien sind teils kleine Familienbetriebe und es ist nicht immer jemand da. Vielen Dank!

Aktuelles

Portrait Brigitte Schauer

Portrait Brigitte Schauer

Tradition im Schnegg-Hof

Als Brigitte Schauer im Alter von 21 Jahren in den Schnegg-Hof, einen kleinen Weiler in Wackersberg-Oberfischbach, einheiratete, war ihr noch nicht klar, dass eine ganz besondere Aufgabe auf sie wartete. Denn neben den üblichen Aufgaben in der Landwirtschaft freute sich auch die Brennerei des Hauses auf neue Impulse. Die war schon immer Frauensache gewesen, und so zeigte Schwiegermutter Annemarie der neuen Frau im Haus, wie sie aus Äpfeln und Birnen hochprozentige Edelbrände destillieren konnte. Alle paar Jahre trug auch der Zwetschgenbaum vor dem Haus genügend Fürchte, dass es für eine dritte Sorte reichte.

Heute, wieder 21 Jahre später, kann Brigitte auf eine spannende Karriere zurückblicken. Denn im Laufe der Jahre begann sie, mit Wildfrüchten zu experimentieren, brannte Vogelbeere, Holunder und Schlehe. Die Obstbestände dafür, darunter viele Streuobstwiesen, pflegte sie mit der Hilfe der ganzen Familie, pflanzte immer wieder Bäume nach und setzte auch neue Sorten ein. Als nächstes Standbein kreierte sie noch eine Linie feiner Liköre, die schnell bei den Kunden sehr beliebt waren.

Anfang des Jahrtausends reichte Brigitte zum ersten Mal eine Probe bei der bayerischen Obstbrandprämierung ein und gewann mit diesem Vogelbeergeist sofort die Goldmedaille. Das war natürlich eine große Motivation, die Schauers richteten ein kleines Probierstüberl ein, Brigitte machte die Ausbildung zur Edelbrandsommelière und wurde Stammgast auf den Treppchen der künftigen Prämierungen. 2016 erhielt sie bereits zum zweiten Mal in Folge den Staatsehrenpreis für ihre nachhaltigen Erfolge.

Gebrannt wird im Hause Schauer klassisch mit Roh- und Feinbrand über offenem Holzfeuer. Das erfordert besondere Kunst, denn die Temperatur muss mit Kennerschaft und Weitsicht über mehr und weniger Holzscheite gesteuert werden. Die Wildfrüchte sammelt die Familie per Hand aus der ganzen Region, was eine ganz frische Maische ermöglicht. Der Lohn sind Stammkunden aus ganz Deutschland und nach und nach auch Listungen in der regionalen Gastronomie. Letzteres war anfangs hartes Brot, denn der gemeine Gastwirt geht in der Regel nur nach dem Preis. Doch mittlerweile hat die Schauersche Qualität überzeugt, und neben den Bränden stehen in den Speisekarten auch Vita, Preise und viele weitere Informationen zu der kleinen Edelbrennerei, was die Kunden gerne ein paar Euro mehr zahlen lässt.

Die über 40 Brände und Liköre im Angebot der Brennerei ergänzt Brigitte immer wieder durch neue Sorten oder auch sortenreine Brände, teils im Holzfass gelagert. Das sind dann auch ihre jeweiligen Lieblinge, denn nur wenn man probiert, weiß man, was noch verbessert werden kann, so ihr Motto in der Brennerei. Zu den schönsten Erlebnissen zählt sie den Auftritt auf dem Zentralen Landwirtschaftsfest in München, wo sie fast rund um die Uhr spannende Gespräche mit Multiplikatoren und Kunden führen konnte.

Mit Tochter Regina steht auch schon die nächste junge Dame – zumindest potentiell – in den Startlöchern. Die richtigen Fortbildungen hat sich die 18-Jährige bereits ausgesucht. Ansonsten hat Regina noch zwei jüngere Brüder, die ebenfalls Interesse an der Brennerei zeigen, auch wenn die Tradition im Schnegg-Hof passend zum Namen natürlich eher ein weibliches Händchen an der Brennblase verlangen wird.

Desta – Mit über 50 Ausstellern rund um Edelbrände

Desta – Mit über 50 Ausstellern rund um Edelbrände

Nächster Termin: 3.11.-5.11.2017

Die Messe DESTA im Weinort Volkach ist für viele Edelbrandfeinschmecker DIE Messe der edlen Brände. Rund 60 Aussteller präsentieren ihre Welt der Destillate. Im Spektrum des Angebotes finden Sie auch Liköre und aktuelle Trendspirituosen.

Volkach, mitten in der fränkischen Weingegend an der Mainschleife gelegen, ist alle zwei Jahre Schauplatz eines Treffens der Bayerischen Edelbrenner. Die einzige Destillat-Messe im Freistaat bietet sowohl die Möglichkeit, die Brenner persönlich kennenzulernen und ihre Brände zu verkosten, als auch breite Information rund um Anlagen und gesetzliche Bestimmungen. Außerdem sind die Rohstoffe im Fokus, von den alten Apfelsorten bis zu den „neuen“ Exoten wie importierter Melasse für den fränkischen Rum.

2015 besuchten etwa 2.000 Gäste die Messe und ihre etwa 60 Aussteller. Darunter waren neben den Bayern auch Brenner aus Baden-Württemberg und dem Rest Deutschlands. Das Highlight für die desta am 2. und 3. November 2017 wird die Sonderfläche zum Thema „Streuobstvielfalt“ sein, wo neben den Früchten auch besonders seltene Brände, auch im jeweiligen Jahreserntevergleich zu verkosten sein werden. Geöffnet ist die Messe an beiden Tagen von 10-18 Uhr in der Mainschleifenhalle in Volkach. Es lohnt sich, baldmöglichst ein Hotel zu reservieren, dann können Sie den desta-Besuch mit einer kleinen Weinwanderung oder einer Brennereiführung verbinden.

 

Mehr Infos unter: www.volkach.de

Foto: Markus Raupach
Text: Markus Raupach
Ein Vorstoß in neue Welten

Ein Vorstoß in neue Welten

Vom 2. bis 4. März trafen sich die Bayerischen Edelbrandsommeliers zu einer intensiven Fortbildung rund um die Bayerischen Brände. Die Schwerpunkte lagen bei Wurzel- und Kräuterspirituosen auf der einen und bei holzfassgereiften Streuobst- und Zwetschgenbränden auf der anderen Seite. Für viele noch recht unentdeckt war die Welt der Destillate aus den Kräutern und Wurzeln der Bayerischen Hochalpen. Brände und Geiste aus Arnika, Enzian, Meister- und Blutwurz, sowie Kräuterliköre mit über 50 verschiedenen Zutaten galt es zu entdecken, bewerten und beschreiben.

Nach über 100 Proben hatten die Edelbrandsommeliers ihre Sinne geschärft und sich einen Rundgang in Bayerischen Gewürzmuseum verdient. Schließlich waren sie für drei Tage im museumspädagogischen Zentrum Kulmbach zu Gast und wollten auch das neueste der drei Museum im Haus kennenlernen. Besonders begeistert waren die über 50 Teilnehmer von den Kräuterpanoramen des Museums. Hier konnten sie alle Wachstumsphasen der über den Tag verkosteten Pflanzen verfolgen.

Der nächste Schulungsabschnitt behandelte edle Streuobstbrände, wie sie typisch für die Bayerischen Edelbrenner sind, und die Zwischenergebnisse des „Fass-Projekts“. Verteilt in ganz Bayern reifen edle Holzfässer mit feinen Bränden aus den Brennblasen der Bayerischen Edelbrandsommeliers. Je nach Lagerungsort – vom Bodensee bis zum Kreuzberg in der Rhön – hat der Standort einen spannenden Einfluss auf die Destillate. Das Ergebnis war eindeutig: Nur noch wenige Monate, dann können die Sommeliers ihren „Schatz“ heben.

Wurzeln und Gewürze in der Flasche

Wurzeln und Gewürze in der Flasche

Die Renaissance der Kräuterdestillate

Das neue Trendgetränk der Spirituosenszene heißt seit gut zwei Jahren Gin. Doch die wenigsten Genießer wissen, dass sich dahinter die Zapfen eines seit Jahrhunderten genutzten Zypressengewächses verbirgt: Wacholder. Die fälschlich als Beeren bezeichneten Zapfen sind ein uraltes Heilmittel mit sehr vielfältiger Wirksamkeit. Bereits bei den Germanen genoss Wacholder hohes Ansehen. Im Mittelalter galt er als Wunderheilmittel und als vorbeugendes Mittel gegen die Pest. Doch die meisten modernen Gins enthalten neben Wacholder auch noch zahlreiche andere Kräuter und Früchte.

So nimmt es nicht Wunder, dass im Sog dieser neuen Trendspirituose auch andere Kräuterdestillate und -liköre eine Renaissance erleben. Schließlich lässt sich mit der richtigen Mischung eine einzigartige Bandbreite von Aromen erreichen, die vom feinen Wurzelbrand bis zum kernigen Bitterlikör reicht. Dies haben auch die bayerischen Edelbrenner erkannt. Gerade in den alpennahen Regionen bauen sie mittlerweile die Zutaten für ihre spannenden Kreationen selbst an und haben Rezepte ihrer Vorfahren zu neuem Leben erweckt. Ein gutes Beispiel ist „Liesls Kräuterliqueur“ aus der Destillerie von Andreas Hau aus dem Tegernseer Land. Die Rezeptur für dieses 50%-Elixier stammt aus den dunklen Tagen der Weltkriege, wo die Liesl, eine Vorfahrin von Hau, mangels Alternativen einen Kräuterlikör aus 28 überlieferten Heilkräutern erfand. Viele Soldaten schworen auf die Kraft des Likörs, und noch heute findet Andreas Hau auf dem Dachboden Dankeskarten von genesenen Kämpfern. Also stellte er sich vor zwei Jahren der Aufgabe, die alte Rezeptur zu neuem Leben zu erwecken und durchkämmte die Wälder und Wiesen nach den richtigen Zutaten. Bis auf ein einziges Kraut konnte er alles finden und brachte „Liesls Kräuterliqueur“ auf den Markt, der bei der Destille Berlin 2016 den „Craft Spirit Award“ als bester Likör erringen konnte.

Einen etwas anderen, aber auch innovativen Weg geht Michael Schneider, dessen „Hörmooser Kräuteralp“ in den Allgäuer Alpen bei Immenstadt liegt. Auf 1300 Metern Höhe steht seine Brennerei und ist damit die höchstgelegene Destille des Allgäu. In der Brennblase landen vor allem die Kräuter und Wurzeln des aus der direkten Umgebung, ausschließlich in Bio-Qualität. Schneiders Spezialität sind Wurzelbrände wie Enzian, Meister- und Engelwurz, die bei der letzten Bayerischen Edelbrandprämierung mit Gold und Silber ausgezeichnet wurden. Alle drei Pflanzen gelten seit Urzeiten als Heil- und Arzneimittel und zeichnen sich in den Bränden durch ein ganz eigenes wurzelig-erdig-pilziges Aroma aus. Neben klassischen Bränden kreiert Schneider auch spannende Cuvées aus Wurzel- und Obstbränden, die er dann zum Finish in vorbelegte Holzfässer gibt. Dadurch lässt sich die Aromenvielfalt nochmals deutlich erhöhen und der Geschmack beispielsweise des Enzians um das Apfel-Birne-Quitte-Zitrus-Aroma eines Apfelbrandes und die Vanille-, Karamell- und Whiskynoten aus einem Holzfass bereichern. So trifft Tradition auf Moderne und ermöglicht ein völlig neues, komplexes Genusserlebnis.

„Hörmooser Kräuteralp“


Zum Abschluss möchten wir noch ein besonderes Experiment vorstellen:
Am äußersten Ost-Zipfel Bayerns, im niederbayerischen Hauzenberg, liegt die Hausbrennerei Penninger, die sich vor allem mit Bär- und Blutwurz einen Namen gemacht hat. Der kreative Juniorchef Stefan Penninger hatte 2015 eine ganz besondere Idee: Mit einem Wetterballon schickte er wildgewachsene Bärwurzeln in die Stratosphäre oberhalb von 15 Kilometern Höhe. Nachdem der Ballon heil wieder gelandet war, destillierte Penninger daraus seinen „Spacewurz“, bei dem man tatsächlich einen deutlichen Unterschied zum klassischen Bärwurz der Brennerei riechen und schmecken kann. Dem Kräuter- und Wurzelgenuss sind in unseren Tagen also wahrlich keine Grenzen mehr gesetzt!

Von Markus Raupach, Bamberg

Bayerns Beste im Portrait: Hof Ganal

Bayerns Beste im Portrait: Hof Ganal

Fünf Kilometer nordöstlich von Lindau liegt am Rande der Bayerisch-Baden-Württembergischen Grenze der Hof der Brennerfamilie Ganal. Als Ulrike 1986 ihren Peter heiratete, sattelte die gelernte medizintechnische Assistentin nicht nur zur ländlichen Hauswirtschaft um – auch die Brennerei des Schwiegervaters übte eine deutliche Faszination auf die damals 22-Jährige aus. Schon seit vier Generationen wird hier im kleinen Örtchen Schwatzen destilliert. „Man hat halt brennt“, erzählt Ulrike auf die Frage, welchen Stellenwert das Thema in den 1980er Jahren für die Landwirtschaft hatte. In die Brennblase kamen zu dieser Zeit nur Obstler- und Williams-Maischen. Die Schnäpse vermarktete der Großvater selbst.

Ulrike und ihr Mann gingen dem Schwiegervater zur Hand und regten 1996 die Teilnahme an einer Obstbrandprämierung an. „Des brauch mer net“, war die erste Reaktion, dann reichte der alte Herr schließlich doch ein Destillat ein, allerdings ohne jeden Erfolg. Nun war der Kampfgeist geweckt, und die Ganals gaben gemeinsam alles. „Wir sind einfach ein perfektes Team“, so die Brennerin, „ich mach mehr nach der Nase und Peter nach seinem Geschmack.“ Und so stellten sich schnell Erfolge in Form von Gold- und Silbermedaillen ein. Nach und nach erweiterten sie auch die Sortenpalette: „Wir hatten zwei riesige Zwetschgenbäume vor dem Haus. Früher wurde immer nur Saft gemacht. Das war dann einfach zu viel zum puren Trinken, und wir haben die Zwetschgen schließlich gebrannt.“

Heute gehören 18 verschiedene Brände sowie weitere Spezialitäten und Liköre zum Sortiment der Brennerei. Nach der Auszeichnung zum besten Brenner im Lindauer Verband 2012 folgte 2015 und 2016 der Staatsehrenpreis als einer der Top 10 Betriebe in Bayern. Besonders stolz ist Ulrike Ganal, auch die erste Edelbrandsommelière im Landkreis Lindau und Mitglied im Vorstand des Verbandes der Edelbrandsommeliers, auf die Brände ihrer Streuobstwiesen. Aus dem Obst von über 200 Bäumen kreieren die Ganals daraus einzigartige Destillate von höchster Qualität. Weitere Aushängeschilder sind der holzfassgereifte Bodenseeapfelbrand und die Bodenseebirne, in die nochmals vollreife Früchte eingelegt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hof-ganal.de

Von Markus Raupach, Bamberg

Foto:
Ulrike und Peter Ganal gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Helmut Brunner

Alle Staatsehrenpreisträger finden Sie hier: www.bayern-brand.de/bayerns-beste

Bayern Brand zum ersten Mal auf der Genussmesse Food & Life in München

Bayern Brand zum ersten Mal auf der Genussmesse Food & Life in München

Über 130.000 Besucher zählt in diesem Jahr die Genussmesse Food & Life, die seit 2004 jährlich in München stattfindet. Erstmals organisierte die alp Bayern einen Gemeinschaftsstand für die bayerischen Edelbrenner, die sich und ihre Brände dem interessierten Publikum präsentierten. Unter dem Motto “Bayern Brand – Wir brennen für Bayern!” hatten alle drei Brennereiverbände vielfältige Edelbrand-Spezialitäten aus ihren Regionen in die Landeshauptstadt geschickt. Auch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner begrüßte die Edelbrenner und riet den Besuchern in seiner Eröffnungsrede, sich “die Vielfalt unserer bayerischen Regionen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zergehen” zu lassen.

Der Minister wurde nach seiner Eröffnungsrede am 56qm großen Messestand von “Bayern Brand” gleich von drei Staatsehrenpreisträgern begrüßt: Aus dem bayerischen Norden war Michael Mayer angereist. Seine Brennerei “Destilleum” in Pflaumheim bei Aschaffenburg steht schon seit 2011 für echte Spitzenbrände, durchaus auch mit kreativen und innovativen Ansätzen.
Vom Bodensee, genauer gesagt aus Schwatzen, war Ulrike Ganal gekommen, die mit ihrem Mann Peter neben Obstanbau und Brennerei auch eine Rinderzucht betreibt. Zu ihrem Betrieb gehören auch zahlreiche Streuobstwiesen, was den Minister besonders freute. „Streuobstwiesen zählen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas mit 5.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen viele auf der Roten Liste stehen und damit vom Aussterben bedroht sind”, so Brunner, „gerade die bayerischen Brenner tragen viel zu deren Erhaltung bei, und das ist sehr wichtig für uns.”

Die dritte im Bunde, Brigitte Schauer aus Oberfischbach im Landkreis Bad Tölz, arbeitet noch im traditionellen Zwei-Brandverfahren, gefeuert mit Holz. „Das schwierigste ist, dabei die Temperatur in der Brennblase zu regeln”, erzählt sie, „schließlich kann ich ja nicht an einem Knöpfchen drehen ,sondern immer nur ein Scheit raus- oder reinziehen.” Auch von ihren Bränden zeigte sich der Minister begeistert – und nicht nur er.

„Während der gesamten Messe war immer reger Zuspruch am Stand, und die Leute haben echt viele Fragen gestellt”, berichtet Andrea Westenthanner, die den Auftritt der alp Bayern auf der Food & Life mit viel Engagement koordinierte. „Viele Besucher waren schon überrascht, dass es mehr als Williams-, Marillen- und Zwetschgenbrände gibt, andere konnten gar nicht glauben, wie viel Knowhow und Handarbeit hinter so einer Brennerei stecken.” Schließlich fängt die Arbeit nicht mit dem Destillieren an, sondern beginnt schon bei der richtigen Auswahl der Erntezeit und später der Früchte, beim Maischen und der Begleitung der Gärung.

Unter den Besuchern waren auch viele Journalisten und Foodblogger, die vor allem das Seminarangebot nutzten. Zweimal am Tag informierten die Edelbrenner in „Von der Frucht zum Destillat” über die professionelle Herstellung der Brände und in „Der feine Unterschied” über Brände, Geiste und Spirituosen. Natürlich konnten die Teilnehmer dabei viele Destillat-Spezialitäten verkosten und sich von der hohen Qualität der bayerischen Brenner überzeugen. „Ingesamt bin ich mir sicher, dass wir gut angekommen sind und mit vielen Vorurteilen aufräumen konnten”, so das Fazit von Brennerin Westenthanner.

„Die bayerischen Destillate zeichnen sich einerseits durch eine hervorragende Rohstoffbasis aus als auch durch das handwerkliche Können, das besondere Geschick und die Leidenschaft, mit welcher unsere Brennerinnen und Brenner ihre Spezialitäten herstellen- das schmeckt den Gästen natürlich. Kein Wunder, dass auch die regionale Gastronomie längst ein wichtiger Partner für unsere heimischen Edelbrenner ist“, sagte Georg Hausl, Leiter der alp Bayern im Landwirtschaftministerium.

Die nächste „Food & Life” – Messe beginnt am 29. November 2017, sicher auch wieder mit feinen Destillaten aus Bayern, freuen Sie sich drauf!

Von Markus Raupach, Bamberg

Foto:
1: Bayern Brand am Eröffnungstag: Die Staatsehrenpreisträger Michael Mayer, Brigitte Schauer (3.v.l.) und Ulrike Ganal (4.v.l.) mit Stand-Organisatorin Andrea Westenthanner.
2: Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (4.v.l.) verkostet gemeinsam mit Ulrike Ganal und Standbesuchern edle Destillate.

Sortenreine Edelbrände aus seltenen Streuobstsorten

Sortenreine Edelbrände aus seltenen Streuobstsorten

Seltene Streuobstsorten aus der Region
Zu Jahresbeginn 2016 hatten die Wein- und Gartenbauer der LWG zusammen mit dem fränkischen Klein- und Obstbrennerverband 13 Brenner ausgesucht, die unter fachkundiger Begleitung 16 seltene Streuobstsorten aus der Region verwertet und zu 26 qualitativ hochwertigen, sortenreinen Edelbränden destilliert haben. Diese Obstbrände, abgefüllt in attraktiven Flaschen im einheitlichen Design, können nun bei den Brennern und der Main-Streuobst-Bienen eG erworben werden.

Lebensraum für 5000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten
Mit dem Pilotprojekt werden sowohl Marktpotentiale erschlossen und Vorbilder für Brenner geschaffen, als auch Anreize zum Erhalt und zur Nachpflanzung seltener oder vom Aussterben bedrohter Obstsorten von Apfel, Birne, Zwetschge oder dem Speierling gesetzt. Denn nur eine zeitgemäße Verwertung alter Sorten wie Raafs Liebling, Unseldapfel, Hänserbirne, Trockener Martin, oder Dattelzwetschge führen zu einem aktiven Interesse der Besitzer an der Pflege der Streuobstwiesen, einer alten Kulturlandschaft besonders am Main, die über 5000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten Nahrung und Lebensraum bieten. Somit leisten die Obst-Brenner einen wichtigen, wertschöpfenden Beitrag zum Artenschutz und zur Artenvielfalt.

Erhaltung und Nachpflanzung vom Aussterben bedrohter Obstsorten
Bereits von 2007 bis 2010 hatten die Experten der LWG bei einer Sortenkartierung in einem der größten Streuobstgürtel Bayerns, im Landkreis Würzburg viele seltene, bereits verloren geglaubte Sorten wie etwa die Röhrlesbirne wiederentdeckt. Sie galt über 100 Jahre als verschollen. 2015 folgte das laufende Projekt „Sortenreine Edelbrände aus seltenen Obstsorten“, das vom Cluster Ernährung, dem Fränkischen Klein- und Obstbrennerverband und der Main-Streuobst-Bienen eG finanziert wird.

Die Obsternte 2016 – eine erste Bilanz

Die Obsternte 2016 – eine erste Bilanz

Von „himmelhoch jauchzend“ bis „zu Tode betrübt“ so klingen die Stimmen zur diesjährigen Obsternte. Schließlich reagieren die meisten Obstsorten durchaus unterschiedlich auf die erst sehr feuchte und wechselhafte und dann am Ende sehr warme und trockene Witterung im Sommer 2016. Hier ein kurzer Überblick zu den wichtigsten Sorten und Regionen:

Für die Apfelbauern war es unter dem Strich ein erfolgreiches Jahr, auf jeden Fall deutlich besser als das letzte. Der Deutsche Bauernverband rechnet mit einer Ernte von mehr als einer Million Tonnen, was auch gegenüber dem Zeitraum 2013-2015 ein Plus von fast 10 Prozent bedeutet. Helmut Jäger, Präsident des bayerischen Erwerbsobstbau-Verbandes dazu: „Die Qualitäten sind gut, Geschmack, Farbe und Größe machen Freude.“

Einige Sorten werden allerdings aufgrund des Phänomens der Alternanz einen geringeren Ertrag aufweisen. Dahinter verbirgt sich die Reaktion gerade von Apfel- und Birnbäumen auf unterschiedliche Witterungen. Gibt es beispielsweise aufgrund von spätem Frost im Folgejahr weniger Blüten und Früchte, werden diese dafür deutlich größer und damit wertvoller. Dies setzt sich oft in einem weiteren Jahr fort, bevor dann wieder viele Blüten mehr, aber dafür kleinere Früchte hervorbringen. Regional haben vor allem die Apfelbauern in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg Grund zur Klage. Hier führte der heftige Regen unter anderem auch zu geringerer Bestäubung. Gute Erträge hingegen erwarten Bayern, Thüringen und das Alte Land im Landkreis Stadt. Matthias Görgens, der stellvertretende Leiter des dortigen Obstbauzentrums freut sich: „Wir hatten eine gute Apfelblüte und gute Bedingungen für die Bienen.“

Bei der Birnenernte rechnen die Bauern hingegen mit einer um gut 15% niedrigeren Ernte als 2015. Birnbäume reagieren besonders empfindlich auf wechselhaftes Wetter im Frühjahr, wie eben in 2016. Eher durchwachsen sieht es bei den Süßkirschen aus. Hier mussten die Obstbauern im Süden Deutschlands einerseits mit der durch die Witterung begünstigten Kirschessigfliege kämpfen, andererseits ließen die zahlreichen Niederschläge im Juni und Juli viele Früchte aufplatzen, die anschließend nicht mehr zu vermarkten waren. Die schon erwähnte Kirschessigfliege wandert seit den letzten zehn Jahren aus Südostasien nach und nach in Europa ein und wurde 2011 zum ersten Mal in Deutschland gesichtet. Schuld an der Verbreitung ist der Import befallender Früchte. In Südfrankreich und Italien haben die Fliegen bereits Ernteausfälle von 80-90% verursacht. Heuer befielen sie in Deutschland neben den Kirschen auch Erdbeeren und Brombeeren, was hier die Ernteprognose um mindestens 10% senkte. Eher stabil sieht es bei Sauerkirschen, Pflaumen, Zwetschgen und Mirabellen aus. Hier erreichen die deutschen Bauern in etwa die Werte der letzten Jahre, was besonders die Brenner freuen dürfte.

Ein kurzer Blick über die Alpen trübt das Bild. Insbesondere Österreich hat wegen Frostschäden, Hagel und allgemein ungünstigen Witterungsumständen Ernteeinbußen von bis zu 90% zu erwarten. Besonders heftig trifft es dort die Apfel-, Kirsch- und Himbeerernte, aber auch bei Johannisbeeren, Stachelbeeren und Birnen sind heftige Ausfälle um die 35% zu beklagen.

 

Von Markus Raupach, Bamberg

Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe

Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe

Nächster Termin: 20.4.-23.4.2017

Mitte April – Stuttgart:

Erleben Sie den unverfälschten Geschmack, die Individualität und Lebendigkeit handwerklicher Produkte. Treffen Sie die Produzenten Ihrer Lebensmittel persönlich und tauchen Sie ein in die Philosophie von Slow Food. In der Schwabenmetropole präsentieren sich auch die bayerischen Edelbrenner mit ihren wohlschmeckenden Erzeugnissen. Besonders spannend ist die Extra-Bühne „Continental Whisky Market“, die sich den Whisky-Brennereien des „Alten Kontinents“ verschrieben hat.

Mehr unter:
www.messe-stuttgart.de

The Village

The Village

Nächster Termin: 18.3.-19.3.2017

Whisky-Messe mit limitierter Besucherzahl in der Frankenmetropole

Mitte März – Nürnberg:

In der Frankenmetropole präsentieren über 80 Aussteller mehr als 2.000 verschiedene Whiskys. Dazu gehören natürlich auch die Lokalmatadoren aus Franken und Bayern. Parallel findet die Freizeit-Messe Nürnberg statt, über die auch der Eintritt geregelt wird. Tipp: Besorgen Sie sich im Vorfeld ein „Pre-Opening-Ticket“, mit dem Sie schon am Vortag exklusiv durch die feinen Stände tingeln können.

Mehr unter:
www.whiskey-messe.de

Whisky Spring

Whisky Spring

Nächster Termin: 11.2.-12.2.2017

Whisky-Mekka im Schwetzinger Schloss

Seit 2015 pilgern jedes Jahr über 2.500 Besucher ins Schwetzinger Barock-Schloss, um die Köstlichkeiten der etwa 40 Aussteller zu genießen. Zu ihnen gehören auch bayerische Edelbrandsommeliers, die ihre Whisky-Kunst präsentieren.

 

Mehr unter:
www.whisky-spring.de

Hanse Spirit

Hanse Spirit

Nächster Termin: 17.2.-19.2.2017

Mitte Februar – Hamburg:

Die HANSE SPIRIT ist DIE Endverbrauchermesse für Genießer in Hamburg. Und wie es sich für die Hansestadt gehört, holen sie auch Aussteller aus der ganzen weiten Welt an die Waterkant. Seit der letzten Messe 2015 sind auch bayerische Aussteller vertreten, die auch das Seminarprogramm bereicherten.

Hamburgs genussvollste Messe, auch mit den bayerischen Protagonisten.

Mehr unter:
www.hanse-spirit.de

Finest Spirits

Finest Spirits

Nächster Termin: 3.2.-5.2.2017

Über 100 Aussteller im MVG Museum

Im Münchner MVG-Museum finden sich jedes Jahr die Kenner und Liebhaber feiner Spirituosen ein. Die Teilnehmer kommen aus ganz Bayern und aller Welt. Besonders interessant sind die „Masterclassen“, ca. einstündige Workshops mit den besten Protagonisten zu den unterschiedlichsten Themen.

 

Mehr unter:
www.finest-spirits.com

Bar Convent

Bar Convent

Nächster Termin: 10.10.-11.10.2017

Aktuelle Trends im Spirituosenbereich

Mitte Oktober – Berlin:

Der Bar Convent Berlin hat sich seit seiner Gründung 2007 zu einer der führenden internationalen Messen für die Bar- und Getränkeindustrie entwickelt. An zwei Tagen trifft sich in Berlin jährlich das Who-Is-Who der deutschen und europäischen Bar- und Beverage-Industrie, um neue Kontakte zu knüpfen, sich über Produkt-Innovationen zu informieren und in Seminaren weiterzubilden. Mit dabei auch immer mehr bayerische Edelbrenner, die sich Whisky, Gin & Co verschrieben haben. In den letzten Jahren kündigt sich zudem eine Renaissance der klassischen Edelbrände an.

 

Von Markus Raupach, Bamberg

Mehr unter:
www.barconvent.com

Rezepte

Entenbrust mit Aprikosendestillat

Entenbrust mit Aprikosendestillat

und Aprikosenwirsing sowie Kräuterpfifferlingen

Die Hautseite der Entenbrust rautenartig einritzen, mit Salz und Pfeffer sowie Aprikosendestillat würzen und in heißer Pfanne mit Bratmargarine von beiden Seiten kurz goldgelb anbraten. Die Entenbrust in Folie schlagen und ½ Stunde ruhen lassen. Geputzten und in Streifen geschnittenen Wirsing kurz in kochendem Wasser blanchieren. Sahne mit etwas Mehlbutter binden, Aprikosenspalten zugeben, mit Salz, Estragonessig und Aprikosenwasser würzen und mit dem Wirsing einmal aufkochen. Pfifferlinge halbieren und mit Bratmargarine und Gartenkräutern in der heißen Pfanne schwenken, mit Salz, Pfeffer und Spritzer Estragonessig würzen. Aprikosenwirsing auf heißen Teller geben, Entenbrust in Scheiben schneiden und mit anlegen. Die Pfifferlinge als Garnitur dazugeben. Dazu kann man sehr gut kleine gebutterte Mandelkartoffeln reichen.

Zutaten

1 Entenbrust (350 g), 1 EL Bratmargarine, ½ kleiner junger Wirsingkopf, 2 Aprikosen in Spalten geschnitten, gutes Aprikosendestillat, 1/8 l Sahne, 200 Pfifferlinge, 1 Sträußchen Gartenkräuter, (Petersilie, Schnittlauch, Estragon, Thymian), gehackte Gewürze: Salz, Pfeffer, Estragonessig

Apfel-Sorbet mit Apfeldestillat

Apfel-Sorbet mit Apfeldestillat

und Apfel-Beeren-Salat sowie Hippengebäck

Entkernte Äpfel klein schneiden und mit Zucker, Apfelsaft, Butter und Zitronensäure in einem Topf nur kurz aufkochen. Das Ganze im Küchenmixer pürieren, mit eingeweichter Gelatine, einer Prise Zimt und gutem Apfeldestillat, vermischen. Diesen Eisansatz unter öfterem Rühren tiefgefrieren und schon bald können Sie Ihr köstliches Apfel-Sorbet genießen.

Zutaten

350 g fruchtige Sommeräpfel mit Schale ohne Kernhaus, 150 g Zucker, 150 g Apfelsaft, 40 g Butter, Spritzer Zitronensäure, 2 Blatt Gelatine, Prise Zimt, gutes Apfeldestillat

Windbeutel mit Himbeerdestillat

Windbeutel mit Himbeerdestillat

und Himbeerfüllung

Die Milch mit Vanille und Prise Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Nun das Mehl auf einmal in die kochende Milch geben. Bei kleiner Hitze mit einem Kochlöffel so lange rühren, bis sich ein weißer Niederschlag am Topfboden bildet. Den Teig in eine Schüssel geben und nach und nach die Eier beifügen. Auf einem mit Backpapier belegten Ofenblech ca. 6 cm große Rosetten spritzen, bei 170°C für 20 Min. backen.

Für die Füllung Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Nun das Himbeermark mit dem Zucker verrühren. Die Gelatine auflösen und unter das Fruchtmark rühren. Das Destillat beifügen und die geschlagene Sahne unterheben. Für ca. 2 Std. kühl stellen.

Die Windbeutel halbieren, die Himbeer-Sahne-Masse aufspritzen und mit Puderzucker garnieren. Die Füllung kann auch mit anderen aromatischen Beeren erfolgen (Heidelbeeren, Erdbeeren etc.).

Zutaten

¼ l Milch, 65 g Butter, 125 g Mehl, 4 Eier, Salz, Vanille, 100 g Himbeermark, 40 g Zucker, 100 g geschlagene Sahne, 2 cl Himbeerdestillat, 1 ½ Blatt Gelatine

Holundersekt

Holundersekt

8 cl Holundersaft

2 cl Holunderdestillat

1 Flasche guter Winzersekt

Holundersaft und Destillat auf vier Gläser verteilen und mit dem Sekt vorsichtig auffüllen